Françoise Pétrovitch
À bruits secrets
Das Schloss Gruyères übergibt seine Schlüssel an Françoise Pétrovitch. Für ihre erste Einzelausstellung in der Schweiz nimmt die französische Künstlerin die alte Grafenresidenz in Beschlag und streut in ihr Bruchstücke geheimnisvoller Geschichten aus. Indem sie aus einem Repertoire teils zarter, teils bedrohlicher Bilder schöpft, präsentiert sie ihr reichhaltiges Schaffen (Malerei, Skulptur, Video) in einer Reihe eigens für Schloss Gruyères geschaffener Arbeiten.
So stehen in den Schlossräumen hieratische Tiere Wache, während sich Porträts unter die alten Bilder mischen und unserem Blick darbieten. Im Spiel mit einer breiten Palette an Orten und Gegensätzen macht uns Françoise Pétrovitch mit unergründlichen Figuren bekannt, die, in ihrem Rahmen erstarrt oder in Ton modelliert, in aller Stille einen betörenden Reigen anstimmen.
Kurator,
Filipe Dos Santos
In freundlicher Zusammenarbeit mit Semiose (Paris) und Galerie C (Neuenburg)
Vernissage
Freitag 9. Juli, um 18.30 Uhr
Françoise Pétrovitch
Seit ihren Anfängen in den 1990er-Jahren hat Françoise Pétrovitch ein einzigartiges Werk geschaffen. Ausgehend von der Zeichnung hat sie sich im Laufe der Zeit auch die Malerei, Tuschzeichnung, Druckgrafik, Glas, Keramik und Video angeeignet. In ihrer Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte tritt sie regelmässig in den Dialog mit ihren Vorgängerinnen und Vorgängern und entwickelt gleichzeitig ein eigenes künstlerisches Repertoire. Das Universum von Françoise Pétrovitch ist mehrdeutig, grenzüberschreitend und spielt mit konventionellen Grenzen.
Wenn sich Kunst und Geschichte begegnen
Die Ausstellung tritt in einen formalen, konzeptuellen oder chromatischen Dialog mit den Sammlungen des Schlosses Gruyères und präsentiert eine Reihe von eigens für den Ort geschaffenen Malereien, aber auch selten gezeigte Werke. In einem geheimnisvollen Augenblick festgehaltene Heranwachsende bevölkern die alte Holztäfelung; die Bildnisse historischer Persönlichkeiten wurden durch rätselhafte Porträts ausgetauscht; Tiergalerien thronen feierlich an den ehrwürdigen Mauern. Auf dem gesamten Rundgang erwarten die Besucherinnen und Besucher Überraschungen und ihnen erschliesst sich ein ganz neuer Blick auf das Schloss.
Auch wenn die Zeichnung das primäre Medium von Françoise Pétrovitch bleibt - die Künstlerin hat soeben den prestigeträchtigen Prix de dessin der Fondation d'art contemporain Daniel & Florence Guerlain erhalten –, wendet sie sich seit einigen Jahren vermehrt anderen Medien zu. Ihre Arbeit ist von verletzlichen Gestalten, geheimen Wünschen, Phantasien und Bildern bevölkert, die sie in Ton modelliert oder in Videoinstallationen festhält, bevor sie entgleiten. Unabhängig von der verwendeten Technik ist die Handschrift der Künstlerin stets erkennbar, eine rasche und fluide Handschrift, die ein ganzes inneres Universum einfliessen lässt, ihr Form gibt und sichtbar werden lässt.